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Podcastfolge mit Walther König - ART COLOGNE

Walther König

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Claudia Linzel

Walther König im Kunstpodcast die Leichtigkeit der Kunst x Art Cologne

Hinweis: Diese Episode entstand in Zusammenarbeit mit der ART COLOGNE.

Ehrenstraße 4 in Köln ist seit 1969 eine feste Adresse im Kunstbetrieb.
In dieser Folge spricht Walther König über Künstlerbücher, Editionen und den Alltag eines Ortes, der Kunst zugänglich macht. Aufgenommen im Rahmen der ART COLOGNE 2023 und anlässlich des ART COLOGNE Preises für Kunstvermittlung.

Ein Ort kann eine ganze Kunstwelt bündeln: Begegnung, Bildung, Geschichtsbewusstsein, Gegenwart. Die Ehrenstraße 4 ist kein Archiv und kein Museum – und doch ein Raum, in dem Kunst im Alltag stattfindet. Bücher werden aufgeschlagen, Editionen besprochen, Projekte angestoßen. Wer hier eintritt, kommt selten nur wegen eines einzelnen Titels.

Am Anfang der Folge stehen drei Rätselfragen, die schnell auf eine zentrale Idee hinauslaufen: Zugänge entstehen dort, wo Wissen weitergegeben wird und Menschen einander begegnen. Kunstvermittlung zeigt sich hier nicht als Programm, sondern als gelebte Praxis.

ART COLOGNE Preis 2023

Der Rahmen des Gesprächs ist die ART COLOGNE im November 2023 sowie die Verleihung des ART COLOGNE Preises für besondere Leistungen in der Kunstvermittlung. Der Preis wirkt weniger wie eine Auszeichnung im klassischen Sinn, eher wie eine präzise Beobachtung: Vermittlung zeigt sich als tägliche Arbeit an Strukturen, Beziehungen und Formen der Zugänglichkeit.

Als älteste internationale Kunstmesse für zeitgenössische Kunst bildet die ART COLOGNE seit Jahrzehnten einen zentralen Knotenpunkt für Markt, Vermittlung und persönliche Begegnung.

Walther König – Weg, Prägung, Beruf

Walther König erzählt ruhig und direkt von seinem Weg. Aufgewachsen in Münster in Westfalen, geprägt durch Schulzeit im Internat und eine große Familie, führt ihn der erste Schritt nach Berlin. Ein Jurastudium, ein Jahr in einer offenen, beweglichen Stadt. Zurück in Münster beginnt parallel zum Studium die Arbeit in einer kleinen Buchhandlung. Der Buchhandel zieht stärker als die Juristerei – die Entscheidung fällt konsequent.

In Köln folgt die Ausbildung in der „Bücherstube am Dom“. Erzählt wird von einer Buchhandelskultur, die über Menschen funktioniert: über Engagement, Individualität und ein Lernen im Alltag. Diese Haltung bleibt spürbar – bis in die Gegenwart des Stammhauses.

Ehrenstraße 4 – ein Ort entsteht

Der Moment der Eröffnung wird als Szene erinnert: Pakete stehen noch unausgepackt in den Regalen, dicke Bündel liegen im Fenster, die Einladung ist geschrieben. Sonntagmittag öffnet sich die Tür, der Raum ist sofort voll. Kein Event, eher ein organisches Wachsen – getragen von Neugier, Wiederkommen, Weitererzählen.

Im Alltag des Hauses verlieren sich klare Rollen schnell. Künstler:innen, Kurator:innen, Galerist:innen, Verleger:innen, Sammler:innen, Studierende und Laufpublikum mischen sich. Der Ort funktioniert als Infrastruktur: Kunst wird hier nicht inszeniert, sondern möglich gemacht.

Künstlerbuch, Editionen und Blickschulung

Im Zentrum des Gesprächs steht die Frage, wie Künstlerbücher entstehen und warum sie als eigenständige Werke zu verstehen sind. Walther König spricht von rund fünfzig Jahren Praxis und einer großen Zahl von Titeln, die als Künstlerbücher klassifiziert werden. Initiative wird als Methode beschrieben: Künstler:innen ansprechen, Bücher zeigen, Referenzen teilen, Projekte vorschlagen.

Editionen erscheinen als Teil derselben Praxis. Radierungen, fotografische Ausgaben, Vereinbarungen mit Künstler:innen – immer verbunden mit der Frage nach Zugänglichkeit. Welche Form findet ein Werk im Medium Buch? Welche Auflage ist denkbar? Welche Produktion ist machbar?

Namen tauchen als Bezugspunkte einer Tradition auf, die bis heute weiterwirkt. Dazu kommen Geschichten aus einem langen Berufsleben zwischen Produktion und Öffentlichkeit: Begegnungen im Laden, frühe Verlagsprojekte, wiederkehrende Besuche. Kunst entsteht hier auch aus Wiederholung – aus Orten, an denen Menschen sich regelmäßig begegnen.

Kunst im Raum: Decke und Fries

Eine weitere Ebene ist die Gestaltung des Ortes selbst. Walther König spricht über künstlerische Arbeiten im Haus – bis hin zur Decke und einem Fries unter der Decke, der als Auftragsarbeit entstand und später restauriert wurde. Nicht dekorativ, sondern als Setzung: Kunst gehört in diesen Raum, weil dieser Raum aus der Kunst heraus gedacht wird.

Themen dieser Folge

Ehrenstraße 4 in Köln · Walther König und die frühen Jahre · Buchhandel als Kunst-Infrastruktur · Künstlerbuch und Verlagsarbeit · Editionen und Zugänglichkeit · Referenzen · Begegnungen im Haus · Kunst im Raum · ART COLOGNE Preis 2023 · Kunstvermittlung als tägliche Praxis

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Kunstmarkt

Innerhalb der ART-COLOGNE-Reihe knüpfen u. a. die Folgen mit Daniel Hug & Benjamin Agert, Christian und Karen Boros sowie Prof. Dr. Nadine Oberste-Hetbleck, ZADiK an.

Links & Credits

Buchhandlung Walther König · ART COLOGNE

Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort entstanden.
Letzte redaktionelle Überarbeitung: Februar 2026.