Sean Scully – Abstraktion und Erinnerung mit Dr. Kathrin Baumstark
Eine Leerstelle, die sichtbar wird
Abstrakte Malerei wird häufig als formale Sprache gelesen.
Und doch bleibt oft offen, wie sich Linien, Farben und Flächen heute als Träger von Erfahrung, Erinnerung und Zeit lesen lassen.
Diese Folge setzt genau hier an:
bei den Bildern selbst, bei ihren Entstehungsbedingungen und bei der Frage, wie abstrakte Malerei im musealen Raum erzählt werden kann – ohne Deutung, ohne Überformung.
Dr. Kathrin Baumstark
Direktorin des Bucerius Kunst Forum.
Sie arbeitet kuratorisch an der Schnittstelle von moderner und zeitgenössischer Kunst und beschäftigt sich mit der Frage, wie abstrakte Werke heute gezeigt werden können, ohne ihre Offenheit zu verlieren.
Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Ausstellungen, die Raum für Wahrnehmung lassen und den Dialog zwischen Werk, Biografie und Gegenwart ermöglichen.
Bucerius Kunst Forum
Das Gespräch ist im Bucerius Kunst Forum in Hamburg entstanden.
Das Ausstellungshaus zeigt internationale monografische und thematische Ausstellungen und versteht sich als Ort des konzentrierten Sehens.
Ausstellungen, Kataloge und Gespräche sind dabei eng miteinander verbunden und bilden gemeinsam einen erweiterten Resonanzraum für Kunst und Öffentlichkeit.
Ausgangspunkt des Gesprächs ist die Retrospektive „Sean Scully. Stories“, die zentrale Werkgruppen aus mehreren Jahrzehnten zusammenführt.
Thema der Folge
Im Mittelpunkt steht Sean Scully und sein malerisches und auch fotografisches Werk:
Abstrakte Malerei als Erfahrungsraum, als Träger von Erinnerung, Verlust und biografischer Prägung – betrachtet aus kuratorischer und institutioneller Perspektive.
Sean Scully Stories im Kontext der Ausstellung
Das Gespräch nähert sich Sean Scully nicht über kunsthistorische Zuschreibungen, sondern über seine malerische Praxis.
Besprochen werden Werkgruppen wie Wall of Light und die Doric Paintings, ihre Entwicklung über Jahrzehnte hinweg und ihre Bedeutung innerhalb der Ausstellung.
Im Fokus stehen Entscheidungen im Bild: Rhythmen, Verdichtungen, Unterbrechungen.
Es geht um Materialität, um Farbe, um Wiederholung – und um die Frage, wie abstrakte Malerei persönliche Erfahrung sichtbar machen kann, ohne sie abzubilden.
Der Ausstellungskatalog als vertiefende Ebene
Eine besondere Rolle spielt der Ausstellungskatalog zu Sean Scully. Stories.
Er basiert auf einem ausführlichen Langinterview zwischen Kathrin Baumstark und Sean Scully und eröffnet persönliche Einblicke in Biografie, Arbeitsweise und Haltung des Künstlers.
Der Katalog fungiert dabei nicht als Begleitmaterial, sondern als eigenständige Erweiterung der Ausstellung.
Im Podcast wird dieser Dialog aufgegriffen und in den institutionellen Kontext der Ausstellung eingeordnet – als Verbindung von Werk, Gespräch und Raum.
Warum dieses Thema jetzt
Abstrakte Malerei wird oft als zeitlos betrachtet.
Gleichzeitig stellt sich heute neu die Frage, wie solche Werke gelesen werden können – in einer Gegenwart, die von Brüchen, Verlusten und Unsicherheiten geprägt ist.
Das Gespräch mit Kathrin Baumstark setzt an diesem Punkt an:
Wie kann ein Museum abstrakte Kunst zeigen, ohne sie zu erklären?
Welche Rolle spielen kuratorische Entscheidungen dabei, Offenheit zu bewahren?
Und wie lässt sich Abstraktion als menschliche, erfahrungsbasierte Sprache ernst nehmen?
Die Folge bleibt nah an der Ausstellungspraxis und am Werk selbst.
Zur Folge
Diese Episode nähert sich Sean Scully aus der Perspektive der Ausstellung.
Sie beschreibt, wie abstrakte Malerei im musealen Kontext verhandelt wird – zwischen Werk, Biografie und Gegenwart.
Ohne Interpretation. Ohne Pathos. Mit offenem Blick.
Themen
Sean Scully · Abstrakte Malerei · Ausstellung · Zeitgenössische Kunst · Erinnerung · Museumspraxis · Bucerius Kunst Forum · Kuratorische Praxis
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Links & Credits
Bucerius Kunst Forum, Hamburg
Playlist von Sean Scully zur Ausstellung Stories auf Spotify
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Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort entstanden.
Im direkten Gegenüber, ohne digitale Distanz, entwickelt sich ein Austausch, der Gesten, Pausen und Zwischentöne ebenso zulässt wie kuratorische Einordnung und institutionelle Perspektiven.
Diese Episode entstand in Kooperation mit dem Bucerius Kunst Forum.
Letzte redaktionelle Überarbeitung: Januar 2026.


