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Podcastfolge mit Lothar Schirmer und Robert Eberhardt

Munich HIGHLIGHTS Podcast: Kunstbuch, Verlag und Sammlung | Lothar Schirmer & Robert Eberhardt

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Lothar Schirmer
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Robert Eberhardt
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Claudia Linzel

Der Munich HIGHLIGHTS Podcast nutzt den Rahmen der Boutiquemesse, um Verbindungen sichtbar zu machen: zwischen Antiquitäten, bildender Kunst, Fotografie, Kunstmarkt, Kunsthandwerk, Sammlungen und Schmuck. Dieser Kunst-Podcast führt mitten hinein in Gespräche, die sich Zeit nehmen: für Geschichte, für Beobachtungen, für Erfahrungen aus Verlag, Buchhandel und Sammlung.

Im Mittelpunkt dieser Folge stehen Kunstbuch, Verlag und Sammlung – als kulturelle Praxis, als materielles Objekt und als Ort der Erinnerung. Das Gespräch richtet den Blick auf Bücher als eigenständige Kunstwerke und auf die Entscheidungen, die bestimmen, was sichtbar bleibt, weitergegeben wird und Bestand hat.

Das Gespräch führt hinter die Kulissen des Schirmer/Mosel-Verlags in München und in die Welt von Felix Jud in Hamburg. Es geht um Generationen, Prägungen und um das Zusammenspiel von Kunst, Literatur und Sammlung.

Gäste

Lothar Schirmer
Kunstbuchverleger und Sammler. Mitbegründer des Verlags Schirmer/Mosel, geprägt durch langfristige Zusammenarbeit mit Künstler:innen und Autor:innen.

Robert Eberhardt

Galerist, Autor und Inhaber der Hamburger Buch- und Kunsthandlung Felix Jud. Tätig an der Schnittstelle von Literatur, Kunst und Ausstellungspraxis.

Lothar Schirmer und Robert Eberhardt sprechen gemeinsam mit Claudia Linzel über Bücher, die bleiben. Über das Kunstbuch als eigenständiges Werk. Und über eine Praxis, die sich zwischen Verlag, Buchhandel, Sammlung und Öffentlichkeit bewegt.

Blicke, Wege, Prägungen

Das Gespräch setzt nicht mit Programmen ein, sondern mit Wegen. Lothar Schirmer spricht über frühe Prägungen, über Lesen als Erfahrung und über den Wunsch, Kunst in Buchform zugänglich zu machen, ohne sie zu vereinfachen. Robert Eberhardt erzählt von Literatur, vom Schreiben und von der Bedeutung des Buches als Ort der Konzentration.

Eine gemeinsame Herkunft aus Schmalkalden wird dabei sichtbar – nicht als biografische Anekdote, sondern als Erfahrung von Überschaubarkeit, Nähe und handwerklicher Selbstverständlichkeit. Bücher erscheinen hier als Ergebnis von Lebenswegen, Entscheidungen und langfristigen Beziehungen.

Kunstbuch als Zeitdokument

Im weiteren Verlauf des Gesprächs rückt das Kunstbuch als eigenständige Form in den Mittelpunkt. Nicht als Begleitmedium zur Ausstellung, sondern als Werk mit eigener Logik. Gestaltung, Papier, Typografie und Auswahl bilden ein Gefüge, in dem Inhalte ihre Form finden.

Lothar Schirmer beschreibt Verlagsarbeit als Prozess des Verdichtens und Zusammenbringens. Das Buch wird zum Raum, der Zeit verlangt – in der Herstellung ebenso wie im Lesen. In dieser Langsamkeit liegt seine besondere Qualität.

Brüche, Reibungen, neue Perspektiven

Besonders greifbar wird das Gespräch dort, wo es um Veränderungen geht. Um den Wandel von Buchmärkten, um veränderte Rezeptionsweisen, um digitale Beschleunigung. Bücher behaupten sich hier nicht durch Lautstärke, sondern durch Präsenz.

Das Kunstbuch erscheint als Gegenentwurf zur flüchtigen Bildzirkulation. Gleichzeitig wird deutlich, dass auch diese Form nicht außerhalb von Marktmechanismen existiert, sondern sich in ihnen positionieren muss.

Verlag, Buchhandel, Kooperationen

Ein roter Faden des Gesprächs ist das Zusammenspiel von Verlag, Buchhandel und Sammlung. Robert Eberhardt beschreibt Felix Jud als Ort zwischen Literatur, Kunst und Ausstellung. Bücher werden gezeigt, gelesen, gesammelt und weitergegeben.

Kooperationen zwischen Autor:innen, Künstler:innen, Gestalter:innen und Verlagen erscheinen als langfristige Prozesse. Entscheidungen entstehen im Dialog, getragen von Vertrauen und gemeinsamer Verantwortung für das, was veröffentlicht wird.

Sammlung, Markt, Auswahl

Aus der Praxis heraus wird deutlich, wie Bücher ihren Weg in Sammlungen finden. Es geht um Auswahl, um Nähe zu Künstler:innen und Autor:innen, um Präsentation und Kontext. Editionen, Preise und Zugänglichkeit werden als Teil eines Alltags sichtbar, in dem Bücher zugleich emotionale und ökonomische Objekte sind.

Sammlung erscheint hier als bewusste Form des Bewahrens – nicht als Anhäufung, sondern als Entscheidung.

Buchhandel heute

Robert Eberhardt spricht in diesem Munich HIGHLIGHTS Podcast über Gegenwart: über veränderte Lesegewohnheiten, über Buchhandlungen als kulturelle Orte und über die Bedeutung von Beratung, Auswahl und Atmosphäre. Bücher werden hier nicht nur verkauft, sondern verortet.

Das Kunstbuch behauptet sich als Medium, das Dauer schafft. Als etwas, das bleibt, auch wenn Ausstellungen enden und Märkte sich verändern.

Themen dieser Folge

Kunstbuch · Verlagspraxis · Sammlung · Buchhandel · Generationen · Erinnerung · Verantwortung

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Weitere Gespräche innerhalb des Munich HIGHLIGHTS Podcast

Links & Credits

Munich HIGHLIGHTS · Schirmer/Mosel Verlag · Felix Jud Hamburg

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Hinweis

Diese Episode des Munich HIGHLIGHTS Podcast entstand in Kooperation mit Munich HIGHLIGHTS im Sommer 2023.

Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort entstanden.
Letzte redaktionelle Überarbeitung: Januar 2026.

Munich HIGHLIGHTS Podcast Lothar Schirmer und Robert Eberhardt im Gespräch mit Claudia Linzel für den Podcast Die Leichtigkeit der Kunst.
Robert Eberhardt, Lothar Schirmer und Claudia Linzel