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Florian Holzherr

Licht am Ende des Tunnels | Florian Holzherr | Architekturfotografie | Kunstpodcast | Die Leichtigkeit der Kunst

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Florian Holzherr
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Claudia Linzel

Kennst du das? Du bist in einer fremden Stadt, läufst durch eine Straße, die du noch nie gesehen hast, siehst beeindruckende Gebäude und möchtest sie einfach nur fotografieren. Du zückst dein Handy, machst ein Foto und…  nichts. Komplett nichts. Flach, unscharf, ohne das, das Licht, die Proportion, das Gefühl von Größe oder Stille.

Florian Holzherr hat sein Leben damit verbracht, genau diese Lücke zu schließen. Nicht immer erfolgreich, wie er selbst sagt. Aber mit einer Konsequenz, die einen ganzen Beruf trägt.

Florian Holzherr

Florian Holzherr, geboren 1970 in München, gehört zu den bekanntesten Architektur- und Kunstdokumentationsfotografen im deutschsprachigen Raum. Er fotografiert Häuser, die die meisten Menschen nur aus Büchern kennen, Bauten der bedeutendsten Architekturbüros der Welt. Er dokumentiert Lichtinstallationen, die das Auge an seine Grenzen bringen. Und er arbeitet seit über zwei Jahrzehnten eng mit James Turrell zusammen, einem der bedeutendsten Lichtkünstler der Gegenwart. darunter Skyspaces auf vier Kontinenten und den Roden Crater in Arizona. Er unterrichtet Architekturfotografie an der Technischen Universität Wien und ist überzeugt, dass Fotografie vor allem eines ist: ein Handwerk.

Was Florian antreibt,  ist die Überzeugung, dass ein gutes Foto das Werk eines anderen Menschen würdigt und nicht sich selbst in den Vordergrund stellt. Das klingt bescheiden. Ist aber eine Haltung, die man sich erarbeiten muss:erst schauen, dann fotografieren.

Florian Holzherr sagt, er versucht mit seinen Fotos so nah wie möglich an das heranzukommen, was er selbst gesehen hat. Das ist, bei näherer Betrachtung, eine Beschreibung von fast allem, was in der Kunst passiert. Und vielleicht auch von dem, was wir jeden Tag versuchen – wenn wir aufmerksam sind.

Architekturfotografie und Kunstdokumentationsfotografie

Architekturfotografie und Kunstdokumentationsfotografie als Haltung: Wie zeigt man das Werk eines anderen Menschen so, dass es verstanden wird von jemandem, der es wahrscheinlich nie selbst sehen wird?

Julius Shulman, der große amerikanische Architekturfotograf, hatte in den 1950er Jahren eine Woche Zeit um ein einziges Haus zu fotografieren. Der Garten war fertig, die Einrichtung stand und das Licht war gut. Florian Holzherr hat für eine ähnlichen Auftrag  nur drei Tage Zeit, um 5.000 Quadratmeter zu verstehen. In dieser Folge reden wir exemplarisch über ein Haus von Tadao Ando in Los Angeles, das Florian vollständig allein bewohnte. Florian unterscheidet dabei klar zwischen Dokumentation und Kunst

Die Schwerpunkte des Gesprächs

  • „Fotografie lügt immer“ – was Florian Holzherr damit meint, und was das für seinen eigenen Anspruch bedeutet
  • Der erste Auftrag – ein Brief an Herzog & de Meuron, ein Fax im Thermodrucker und ein Haus in Basel, für das er nachts aus München hin- und zurückfuhr
  • James Turrell und die Physik des Lichts – über Skyspaces, Ganzfeld-Effekte und einen erloschenen Vulkan in Arizona, an dem seit fünfzig Jahren gebaut wird
  • Was man sieht, wenn niemand zuschaut – über das Privileg, Kunstwerke allein zu erleben, und was das mit der eigenen Wahrnehmung macht

Erwähnte Orte, Persönlichkeiten & Werke

  • Julius Shulman & Ezra Stoller – ikonografische amerikanische Architekturfotografen
  • Eugène Atget – frühe serielle Architekturfotos in Paris

  • Herzog & de Meuron, Basel – erstes großes Auftragsprojekt: Haus Rudin
  • Tadao Ando, Haus Bell, Los Angeles (2017 fotografiert, später gekauft von Beyoncé & Jay-Z)
  • Allmann Sattler Wappner – Herz-Jesu-Kirche, München-Neuhausen (fertiggestellt 2000)
  • Andreas Meck – Kirche Rupert Mayer, Poing (Fotos: Juni 2018, 4 Uhr morgens)
  • Ulrich Rückriem – Altar und Ambo in der Herz-Jesu-Kirche
  • James Turrell – Lichtkünstler, langjährige Zusammenarbeit; Skyspaces u. a. in Lech, Unna, Salzburg, Varese; Roden Crater, Arizona
  • Donald Judd – Minimalart, Marfa Texas; DIA Foundation; eigene Möbel, Bibliothek
  • Dan Flavin – Neonlichtkünstler, Marfa
  • Marina Abramović – Porträt in Oslo, Skulpturenpark Ekebergparken
  • Diözesanmuseum Freising – aktuelle Turrell-Arbeit

Links & Informationen

Florian Holzherr: www.florian-holzherr.com

Kennst du das? Du bist in einer fremden Stadt, läufst durch eine Straße, die du noch nie gesehen hast, siehst beeindruckende Gebäude und möchtest sie einfach nur fotografieren. Du zückst dein Handy, machst ein Foto und…  nichts. Komplett nichts. Flach, unscharf, ohne das, das Licht, die Proportion, das Gefühl von Größe oder Stille.

Interner Klicktipp

Hören Sie auch die Folge von Michael Wesely, dem einstigen Lehrer von Florian Holzherr: https://dieleichtigkeitderkunst.de/past-and-present/
Hier geht es zu weiteren Episoden der Kategorie: Fotografie

Florian Holzherr, Architekturfotograf und Kunstfotograf zu Gast im Kunstpoodcast die Leichtigkeit der Kunst von und mit Claudia Linzel
Florian Holzherr und Claudia Linzel, Kunstpodcast die Leichtigkeit der Kunst