Kunst, Kultur und Identität
Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger · die Leichtigkeit der Kunst x Genau! Westfalen!
Eine kulturelle Ausgangslage
Kunst und Kultur schaffen Räume, in denen Gesellschaft sich begegnet. Ohne feste Agenda, ohne unmittelbaren Zweck. Sie ermöglichen Austausch, Erinnerung und Zukunftsvorstellungen – oft leise, oft langfristig.
Diese Folge der Reihe Genau! Westfalen! nimmt das Jubiläum 1250 Jahre Westfalen zum Anlass, über kulturelle Prägungen nachzudenken: darüber, wie Identität entsteht, wie sie sichtbar wird – und welche Rolle Institutionen dabei spielen.
Im Zentrum steht die Frage, wie kulturelles Erbe wirkt: nicht als abgeschlossenes Kapitel, sondern als fortlaufender Prozess.
Gäste
Barbara Rüschoff-Parzinger
Archäologin, Landesrätin und Kulturdezernentin des Landschaftsverband Westfalen-Lippe sowie Vorstandsmitglied der LWL-Kulturstiftung.
Sie verantwortet seit vielen Jahren die strategische Ausrichtung und Förderung kultureller Projekte in Westfalen.
Weitere Gesprächsstimmen dieser Folge:
- Anne Karl (Kuratorin der Kaiserpfalz Paderborn) – über die Ankerausstellung des Jubiläumsjahres 775 im Museum in der Kaiserpfalz
- Pauline Doutreluingne (Direktorin des Kunstvereins Arnsberg) – über künstlerische Perspektiven in Westfalen
- Heiner Remmert (Leiter des Westfälischen Literaturbüros in Unna) – über das Projekt „Literaturland Westfalen“
- Jonas Riemer (Schauspieler und Initiator von Baddabäm) – über die Verbindung von Theater und westfälischer Identität
Kultur
Im Gespräch mit Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger wird Kultur als öffentlicher Erfahrungsraum sichtbar: als Ort, an dem unterschiedliche Gruppen zusammenkommen können, ohne sich festlegen zu müssen.
Kunst und Kultur erscheinen hier nicht als Erklärung der Welt, sondern als Angebot – als Möglichkeit, Zeit miteinander zu verbringen, Fragen offen zu halten und Perspektiven zu wechseln. Dieser Gedanke zieht sich als Haltung durch das gesamte Gespräch.
1250 Jahre Westfalen – Anlass statt Abschluss
Das Themenjahr 1250 Jahre Westfalen wird in dieser Folge nicht historisierend betrachtet. Es dient als Anlass, über Gegenwart und Zukunft zu sprechen: darüber, was eine Region prägt, wie kulturelle Narrative entstehen und welche Verantwortung mit Förderung einhergeht.
Die 44 geförderten Projekte des Themenjahres stehen exemplarisch für unterschiedliche Zugänge: Archäologie, bildende Kunst, Literatur, Theater, Musik. Sie machen deutlich, wie vielfältig kulturelle Praxis sein kann – und wie Identität sich aus vielen Ebenen zusammensetzt.
Blicke, Wege, Prägungen
Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger spricht über ihren eigenen Weg zwischen Archäologie, Verwaltung und Kulturpolitik. Dabei wird deutlich, wie stark Biografien institutionelles Denken prägen – und wie wichtig Vertrauen in Prozesse ist.
Kulturförderung erscheint hier nicht als Steuerung, sondern als Ermöglichung: als Rahmen, in dem Projekte wachsen können, ohne ihre Eigenständigkeit zu verlieren.
Vier Perspektiven
Die zusätzlichen Gespräche dieser Folge erweitern den Blick:
Archäologie als Ankerpunkt von Geschichte
Bildende Kunst als gegenwärtige Perspektive
Literatur als verbindendes Erzählen
Theater als unmittelbare soziale Erfahrung
Gemeinsam entsteht ein vielschichtiges Bild davon, wie kulturelles Erbe heute gelebt, befragt und weitergetragen wird.
Identität als Prozess
Diese Folge versteht Identität nicht als festgelegte Eigenschaft. Sie zeigt sie als etwas, das sich im Austausch formt: durch Geschichte und Alltag, durch Kunst, Sprache, Humor, Arbeit und Erinnerung.
Westfalen wird dabei nicht zur Kulisse, sondern zum konkreten Erfahrungsraum – offen genug, um größere Fragen zu stellen.
Links & Credits
1250 Jahre Westfalen
LWL-Kulturstiftung
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Genau! Westfalen! ist eine Gesprächsreihe über Identität.
Ausgangspunkt ist das Jubiläum 1250 Jahre Westfalen, welches Anlass für eine größere Frage bietet:
Was prägt Menschen, Regionen und Gemeinschaften?
Identität entsteht aus vielen Bereichen: aus Geschichte und Alltag, aus Arbeit, Sprache und Humor, aus Kultur, Sport, Ernährung, Musik, Film und Literatur. Die Reihe nähert sich diesen Prägungen über konkrete Erfahrungen und unterschiedliche Perspektiven – ruhig, beobachtend, offen.
Die Reihe „Genau! Westfalen!“ im Themenjahr 1250 Jahre Westfalen wurde gefördert von der LWL-Kulturstiftung und LWL-Kulturabteilung.
Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort entstanden.
Letzte redaktionelle Überarbeitung: Januar 2026.


