Bild und Macht – Fotografie im Fokus mit Dr. Mara-Johanna Kölmel & Dominik Busch im Zeppelin Museum Friedrichshafen
Eine Leerstelle, die sichtbar wird
Bilder prägen Erinnerung, lange bevor sie reflektiert werden.
Gerade historische Fotografien wirken oft selbstverständlich – als scheinbar neutrale Zeugnisse vergangener Ereignisse. Doch was gezeigt, archiviert und weitergegeben wird, folgt Entscheidungen. Diese Folge richtet den Blick auf genau diese Leerstelle: auf Bilder, die Macht ausüben, indem sie ordnen, rahmen und Bedeutungen stabilisieren.
Gäste
Dr. Mara-Johanna Kölmel
Kuratorin am Zeppelin Museum Friedrichshafen.
Sie arbeitet an der Schnittstelle von Archiv, Ausstellung und Gegenwartskunst und beschäftigt sich mit der Frage, wie historische Bildbestände heute gezeigt und kontextualisiert werden können.
Dominik Busch
Leiter Vermittlung am Zeppelin Museum Friedrichshafen.
Sein Fokus liegt auf Bildungs- und Vermittlungsformaten, die institutionelle Verantwortung, Bildkompetenz und gesellschaftliche Debatten zusammenführen.
Zeppelin Museum
Das Gespräch ist im Zeppelin Museum Friedrichshafen entstanden.
Das Haus verbindet Technik-, Kunst- und Kulturgeschichte und setzt sich zunehmend mit der Frage auseinander, wie historische Bilder heute gelesen werden können – nicht als abgeschlossene Dokumente, sondern als aktive Akteure im öffentlichen Gedächtnis.
Ausgangspunkt ist die Ausstellung „Bild und Macht. Zeppelin-Fotografie im Fokus“, die Archivaufnahmen des Zeppelins in einen erweiterten gesellschaftlichen und politischen Zusammenhang stellt.
Thema der Folge
Im Zentrum steht Bild und Macht – Fotografie als historische Bildpraxis.
Besprochen werden Archivbilder, Bildpolitiken und kuratorische Entscheidungen – sowie die Frage, wie Fotografien, die Technik, Nation und Macht inszenieren, heute ausgestellt und vermittelt werden können.
Warum dieses Thema jetzt
Historische Bilder wirken fort.
Gerade Fotografien aus dem frühen 20. Jahrhundert prägen bis heute Vorstellungen von Fortschritt, Überlegenheit und technischer Macht. Die Ausstellung und das Gespräch setzen hier an: Sie zeigen, dass Bilder nicht nur dokumentieren, sondern aktiv Bedeutungen erzeugen.
Thematisiert wird, wie der Zeppelin fotografisch als Symbol aufgeladen wurde – und welche Verantwortung Museen heute tragen, wenn sie solche Bilder zeigen. Zeitgenössische künstlerische Positionen von Aziza Kadyri, Christelle Oyiri sowie ebb.global & Neïl Beloufa treten in einen Dialog mit dem Archiv. Sie verschieben Perspektiven, irritieren Sehgewohnheiten und öffnen neue Lesarten – ohne historische Bilder zu neutralisieren oder zu entschärfen.
Zur Folge
Die Episode Bild und Macht – Fotografie beleuchtet Archivarbeit, Ausstellungspraxis und Vermittlung als zusammenhängende Prozesse.
Sie zeigt, wie Institutionen mit historischen Bildbeständen umgehen können, ohne sie zu fixieren – und wie Ausstellungen Räume schaffen, in denen Fragen nach Macht, Sichtbarkeit und Verantwortung offen bleiben dürfen.
Themen
Bild und Macht – Fotografie · Zeppelin-Fotografie · Bildpolitik · Archivarbeit · Ausstellungspraxis · Zeitgeschichte · Vermittlung · Museum und Öffentlichkeit · zeitgenössische Kunst · visuelle Macht
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Weitere Gespräche zu Fotografie, Institutionen und Zeitgeschichte finden sich in den Bereichen
Zeppelin Museum
Fotografie
Museen und Ausstellungshäuser
Archiv
Links & Credits
Zeppelin Museum Friedrichshafen
Ausstellung: Bild und Macht. Zeppelin-Fotografie im Fokus
Laufzeit: 6. Juni 2025 – 12. April 2026
Gäste
Dr. Mara-Johanna Kölmel, Kuratorin
Dominik Busch, Leitung Vermittlung
Weiterführende Podcasts
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Die Episode Bild und Macht – Fotografie ist als persönliches Gespräch vor Ort entstanden.
Im direkten Gegenüber, ohne digitale Distanz, entwickelt sich ein Austausch, der Gesten, Pausen und Zwischentöne ebenso zulässt wie fachliche Einordnung und institutionelle Perspektiven.
Letzte redaktionelle Überarbeitung: Januar 2026.
Good to know
In makura, dem Onlinemagazin der Kulturstiftung der Länder, schreibt Dominik Busch im aktuellen #INSPIRE über „KI und gefühlte Wahrheiten im Museum“ und warum Museen besondere Verantwortung für die Förderung von Medienkompetenz besitzen: https://makura.de/diskurse-analysen/ki-und-gefuehlte-wahrheiten-im-museum
Am 20. Oktober erscheint Mara Kölmels neues Buch Sculpture in the Augmented Sphere bei de Gruyter/ Brill. Darin untersucht sie, wie digitale Technologien das Verständnis von Skulptur verändern und welche Rolle spekulative, feministische und dekoloniale Ansätze dabei spielen. Das Open-Access-Buch ist kostenlos verfügbar.


