Arp Museum Bahnhof Rolandseck | Ein Kunstpodcast mit Dr. Julia Wallner über die Ausstellung „Zu den Sternen“ | Die Leichtigkeit der Kunst
Der Blick in den nächtlichen Himmel…
Liebt ihr diesen Moment auch so sehr, wenn ihr nachts nach oben in den Himmel schaut und plötzlich fühlt sich alles still und vollkommen an? Keine To-do-Liste, keine erschreckenden Nachrichten, kein Gewusel. Nur Sterne und eine Weite, die uns kurz aus allem herausnimmt. Seit weit mehr als hundert Jahren entsteht aus diesem Sehnsuchtsgefühl Kunst.
Zu Gast: Dr. Julia Wallner
Dr. Julia Wallner ist Direktorin des Arp Museums Bahnhof Rolandseck. Aufgewachsen in einem 300 Jahre alten Fachwerkhaus in der Nähe von Stuttgart, mit einer Künstlerin als Mutter. Wie aus dieser Kindheit eine kuratorische Haltung wird und warum Jenny Holzer darin eine entscheidende Rolle spielt, davon erzählt sie in dieser Folge.
Der Ort: Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Remagen
Der Bahnhof Rolandseck war einmal Endstation einer der frühesten Bahnstrecken Deutschlands, direkt am Rhein, mit Blick auf das Siebengebirge. Der Bonner Galerist Johannes Wasmuth hat ihn in den 1960ern vor dem Abriss gerettet. Zero hat hier sein Abschiedsfest gefeiert. Uecker, Richter und Polke haben hier gearbeitet. Und Richard Meier hat 2007 einen Neubau ans Ufer gestellt, der aussieht, als hätte er sich gerade eben dafür entschieden, abheben zu wollen. Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck ist die größte museale Sammlung von Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp außerhalb der Schweiz.
Das Thema: Zu den Sternen! Weltraum und Weltflucht seit der Moderne
Menschen haben den Blick in den Weltraum immer gesucht: als Sehnsucht, als Utopie, als Flucht, als Spielwiese für die kühnsten Ideen. Die Ausstellung „Zu den Sternen! Weltraum und Weltflucht seit der Moderne“ im Arp Museum Bahnhof Rolandseck versammelt diese Blicke von den 1820ern bis heute, von Mondgedichten bis zu einer echten Funkstation, die gerade jetzt Kunst in den interstellaren Raum sendet.
Leichtigkeit mit Tiefgang
Hans Arp hat zwei Weltkriege erlebt, den Tod seiner Frau betrauert und hat trotzdem immer wieder mit Leichtigkeit und Poesie reagiert. Julia Wallner sagt im Gespräch, das komme aus seiner tiefen Liebe zur Welt, der Ausdruck sei dabei leicht. Und das ist sicherlich etwas, weswegen wir die Kunst so faszinierend empfinden: für ganz komplexe Zusammenhänge ganz leichte Formen finden.
Die Schwerpunkte des Gesprächs
Dr. Julia Wallners Weg zur Kunst: Von einem 300 Jahre alten Fachwerkhaus, einer Künstlerin als Mutter und Jenny Holzers Aphorismen – wie wird aus einer persönlichen Geschichte eine kuratorische Haltung?
Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp: Warum Sophie eher analytisch dachte und Hans eher spielerisch agierte – und was Ellsworth Kelly noch im hohen Alter über Sophies Einfluss auf sein Werk sagte.
Die Ausstellung Kapitel für Kapitel: Von Björn Melhus‘ apokalyptischem Video im Eingangsschacht über Katharina Sieverdings DIE SONNE UM MITTERNACHT SCHAUEN (RED) bis zu Mona Schulzeks Raumkapsel im Außengelände: Dr. Julia Wallner führt durch alle Kapitel der Ausstellung im Arp Museum Bahnhof Rolandseck und erklärt, was die Werke miteinander und auch mit der Gesellschaft verbindet.
Humor als kosmisches Prinzip: Sylvie Fleurys erschöpfte Rakete, John Wood und Paul Harrisons gelangweilte Astronauten auf dem Mond, Hans Arps Milchstraßenträne und warum Leichtigkeit keine Oberflächlichkeit bedeutet.
Links & Informationen
Ausstellung:
Zu den Sternen! Weltraum und Weltflucht seit der Moderne
10. Juli 2026 – 10. Januar 2027
Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Hans-Arp-Allee 1, 53424 Remagen
www.arpmuseum.org
Katalog:
Zu den Sternen! Weltraum und Weltflucht seit der Moderne
Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln
ISBN 978-3-7533-1014-5
Diese Episode entstand im Juli 2026 am Arp Museum Bahnhof Rolandseck in Remagen.
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